Hitlers Machtergreifung – Nationalsozialismus

Bevor Hitler an die macht kam, waren die Leute sehr enttäuscht, weil die Weimarer Verfassung nicht wirklich angewandt wurde. Man sprach in dieser Zeit Über Dolchstoßlegende, weil Deutschland die Reparationen und die Forderungen von dem ersten Weltkrieg akzeptierte, ohne etwas zu sagen

Als Hitler am 30. Januar 1933 an die Macht kam, begann der Albtraum. Einen Monat später wurde der Reichstag in Brand gesteckt. Er reagierte als ein Diktator und erließ Gesetze ohne die Zusammenstimmung des Parlaments. Die Leute unterstützten am Anfang seine Politik, weil sie viel Nutzen bot. Hitler loeste nämlich das Problem der Massenarbeitslosigkeit durch die Ausruestung und den Bau der ersten Autobahnen, die auch als Vorbereitung zum naechsten Krieg gedacht waren. Inzwischen uebte Goebbels, Minister von der Propaganda, einen starken Einfluss ueber die Kultur, durch die Organisationen, die die Leute vereinigten. ( z.B. BdM, Kraft durch Freude, Hitlerjugend). Seine Mitarbeiter gehörten der SA und dem SS. Die Opposition wurde mit Gewalt von der Geheimen Staatspolizei beseitigt ( GESTAPO). Hitler zeigte sofort den Antisemitismus. Im Jahr 1935 traten die “Nürnberger Rassengesetze” in Kraft, die die Reinheit der arischen Rasse versicherten. In der Nacht zwischen dem 8. und 9. November 1938 wurden tausende Geschäfte zerstört, die den Juden gehoerten (Reichskristallnacht). So begann die Judenverfolgung und -Vernichtung. In der Wannsee-Konferenz wurde die so genannte „Lösung der Judenfrage“ gefunden. Die Juden, die Homosexuellen, die Bibelforscher mussten in die Konzerntrationslager eingesperrt werden und dort sterben. Hitler erfand, als Propagandamittel, die Theorie des Lebensraums, die sagte, dass das Land mehr Gebiet brachte. Deshalb wurde Österreich an dem deutschen Reich vereinigt (Anschluss) und spaeter verlangte er von Polen, dass es Danzig zurückgab. Aber Polen lehnte ab, so griff Deutschland Polen an: Der zweite Weltkrieg begann am 1. September 1939.

Francesca

Advertisements

Heinrich Böll: Über mich selbst

Geboren bin ich in Köln, wo der Rhein, […] breitHeinrich_Boell wird, in die totale Ebene hinein auf die Nebel der Nordsee zufließt; wo weltliche Macht nie so recht ernst genommen worden ist, geistliche Macht weniger ernst, als man gemeinhin in deutschen Landen glaubt […] geboren in Köln, das seines gotischen Domes wegen berühmt ist, es aber mehr seiner romanischen Kirchen wegen sein müßte; das die älteste Judengemeinde Deutschlands beherbergte und sie preisgab […]

Geboren in Köln, am 21. Dezember 1917, während mein Vater als Landsturmmann Brückenwache schob; im schlimmsten Hungerjahr des Weltkrieges wurde ihm das achte Kind geboren; zwei hatte er schon früh beerdigen müssen; während mein Vater den Krieg verfluchte und den kaiserlichen Narren, den er mir später als Denkmal zeigte. […] Meine väterlichen Vorfahren kamen vor Jahrhunderten von den Britischen Inseln, Katholiken, die der Staatsreligion Heinrichs VIII. die Emigration vorzogen. Sie waren Schiffszimmerleute, zogen von Holland  herauf rheinaufwärts, lebten immer lieber in Städten als auf dem Land, wurden, so weit von der See entfernt, Tischler. Die Vorfahren mütterlicherseits  waren Bauern und Bierbrauer; eine Generation war wohlhabend und tüchtig, dann brachte die nächste den Verschwender hervor, war die übernächste arm, brachte wieder den Tüchtigen hervor, bis sich im letzten Zweig, aus dem meine Mutter stammte, alle Weltverachtung sammelte und der Name erlosch.

Meine erste Erinnerung: Hindenburgs heimkehrende Armee, grau, ordentlich, trostlos, zog sie mit Pferden und Kanonen an unserem Fenster vorüber; vom Arm meiner Mutter aus blickte ich auf die Straße, wo die endlosen  Kolonnen auf die Rheinbrücken zumarschierten; später: die Werkstatt meines Vaters: Holzgeruch, der Geruch von Leim, Schellack und Beize; der Anblick frischgehobelter Bretter, das Hinterhaus einer Mietskaserne, in der die Werkstatt lag; mehr Menschen, als in manchem Dorf leben, lebten dort, sangen, schimpften, hängten ihre Wäsche auf die Recks; noch später: die klangvollen germanischen Namen der Straßen, in denen ich spielte: Teutoburger-, Eburonen-, Veledastraße, und die Erinnerung an Umzüge, wie mein Vater sie liebte, Möbelwagen, biertrinkende Packer, das Kopfschütteln meiner Mutter, die ihren Herd liebte, auf dem sie das Kaffeewasser immer kurz  vor dem Siedepunkt zu halten verstand. Nie wohnten wir weit vom Rhein entfernt, spielten auf Flößen, in alten Festungsgräben, in Parks, deren Gärtner streikten; Erinnerung an das erste Geld, das ich in die Hand bekam, es war ein Schein, der eine Ziffer trug, die Rockefellers Konto Ehre gemacht hätte: 1 Billion Mark; ich bekam eine Zuckerstange dafür; mein Vater holte die Lohngelder für seine Gehilfen in einem Leiterwagen von der Bank; wenige Jahre später waren die Pfennige der stabilisierten Mark schon knapp, Schulkameraden bettelten mich in der Pause um ein Stück Brot an; ihre Väter waren arbeitslos; Unruhen, Streiks, rote Fahnen, wenn ich durch die am dichtesten besiedelten Viertel Kölns mit dem Fahrrad in die Schule fuhr; wieder einige Jahre später waren die Arbeitslosen untergebracht, sie wurden Polizisten, Soldaten, Henker, Rüstungsarbeiter – der Rest zog in die Konzentrationslager; die Statistik  stimmte, die Reichsmark floß in Strömen; bezahlt wurden die Rechnungen später, von uns, als wir, inzwischen  unversehens Männer geworden, das Unheil zu entziffern versuchten und die Formel nicht fanden; die Summe des Leidens war zu groß für die wenigen, die eindeutig als schuldig zu erkennen waren; es blieb ein Rest, der bis heute nicht verteilt ist.

Schreiben wollte ich immer, versuchte es schon früh, fand aber die Worte erst später.

(1959)

Goethe: Mailied

Wie herrlich leuchtet

Mir die Natur!

Wie glänzt die Sonne!

Wie lacht die Flur!

 

Es dringen Blüten

Aus jedem Zweig

Und tausend Stimmen

Aus dem Gesträuch

 

Und Freud‘ und Wonne

Aus jeder Brust.

O Erd‘, o Sonne!

O Glück, o Lust!

 

O Lieb‘, o Liebe!

So golden schön,

Wie Morgenwolken

Auf jenen Höhn!

 

Du segnest herrlich

Das frische Feld,

Im Blütendampfe

Die volle Welt.

 

O Mädchen, Mädchen,

Wie lieb‘ ich dich!

Wie blickt dein Auge!

Wie liebst du mich!

 

So liebt die Lerche

Gesang und Luft,

Und Morgenblumen

Den Himmelsduft,

 

Wie ich dich liebe

Mit warmem Blut,

Die du mir Jugend

Und Freud‘ und Mut

 

Zu neuen Liedern

Und Tänzen gibst.

Sei ewig glücklich,

Wie du mich liebst!

 

Rezitation: Matthieu – Carrier /Musik:once upon a time:

http://www.youtube.com/watch?v=9eGW2iCgWdI

Weimar Republik

Im Jahr 1918 mit dem Verseiller Friedensvertrag war das Ende des 1. Weltkriegs. Deutschland musste Reparationen im Gold zahlen, weil es den Krieg gemacht hatte; seine Armee wurde reduziert und hat Elsass, Lothringen, Danzig, und andere Gebiete im Osten verloren; das Ruhrgebiet und das Saarland wurden von den Franzosen militär besetzt.

Die „Oktober Revolution“ im Russland war ein Beispiel für die Heimkehrer, die für Arbeit protestiert, weil sie im Krieg gekämpft haben aber kein Resultat gehabt hatten und dachten, dass der Krieg nutzlos war: im November 1918, mit der „November-Revolution“, rebellierten Matrosen, Soldaten und der Spartakusbund in Berlin.
Vertreter der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschland) und anderer Parteien treffen sich in Weimar, einer ruhigen Stadt weit von Berlin, wo Strassenkämpfe und Bürgerkrieg war. Weimar hatte auch eine symbolische Bedeutung, die Stadt war nämlich die Wiege der klassischen Kultur (hier haben Goethe und Schiller gewohnt und gearbeitet). Sie wollten eine politische Lösung finden, weil der Kaiser inzwischen ins Exil gegangen war und abgedankt hatte.
Hier wurde also die erste deutsche Republik ausgerufen und im Nationaltheater von Weimar traf sich zum ersten Mal das neue deutsche Parlament. Eine neue demokratische Verfassung wurde geschrieben, eine sehr moderne und liberale Verfassung: so entsteht die so genannte Weimarer Republik, sie dauerte bis 1933, als Hitler an die Macht kam.
Die Merkmale der Weimarer Republik sind:
  1. Politische Instabilität: die Regierungen dauerten nicht lange, weil e zu viele Parteien gab und der Radikalismus von rechts und links extrem war
  2. Wirtschaftliche Krise: Deutschland muss Kriegsreparationen zahlen und 1920-23 gab es eine Rieseninflation

 

Raffaella

Das Volks- und Kunstmärchen

ImmagineDas Volksmärchen ist eine kleine Erzählung eines unbekannten Autors mit wunderbarem Inhalt. Die Weltordnung ist im Volksmärchen einfach: zwischen den Potagonisten entstehen Konflikte, die am Ende eine glückliche Lösung finden.

 

 

 

Die formalen Merkmale des Volksmärchens sind:

– ursprünglich mündliche Überlieferung 
– eine realistische, gesprochene Sprache
– formelhafte Anfangsformeln
– formelhafte Schlussformeln
– keine individuelle Charakterisierung der Figuren
– die Helden sind meistens Kinder
– die Zahl „3“ spielt eine wichtige Rolle
– Spannung
– Kontrast (gut-böse; schön-hässlich; tapfer-feige; dumm-schlau usw.)
– glückliches Ende

Martina

 

Heinrich Heine

heine4Heinrich Heine  ( 1797 – 1856 ) war einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller des 19. Jh, er stellt den Übergang von der Romantik zum Realismus dar.Bild
Am Anfang war er Dichter aber später wurde er auch Journalist und Kritiker.

Seine Persönlichekeit wurde sehr umstritten, und da er sehr kritisch gegenüber Deutschland, seine Gesellschaft und seine Politik war,  wurde er als “Nestbeschmutzer” bezeichnet.
Er war Jude und er hat in seinen Werken Deutschland stark kritisiert, so wurden seine Werke oft zensuriert.

1956 wurde in Düsseldorf anlässlich von Heines 100. Todestag zwar die Heinrich-Heine-Gesellschaft gegründet, dennoch hielt der Streit um Heine an.

untitledDie geplante Benennung der Düsseldorfer Universität verursachte eine fast 20 Jahre dauernde Auseinandersetzung.

Erst seit 1989 heißt die Hochschule offiziell Heinrich-Heine-Universität.

Wir können in seinen Werken einige romantische Elemente finden, wie die Musikalität von der Sprache und den Rhythmus, zum Beispiel die Wiederholung der letzten Zeilen oder das einfache Schema.

BildDank der Musikalität von seinen Zeilen, wurden seine Gedichte oft als Lieder von Schubert und Schumann vertont.

In den 70er Jahren des 20. Jh. hat die österreichische Rockgruppe Die Schmetterlinge den Text von Heines Gedicht Die schlesischen Weber musiziert:

http://www.youtube.com/watch?v=_1yKJ29I5ZE

Es geht um das Elend der schlesischen Weber, die 1844 gegen Ausbeutung und Lonhverfall rebellierten. Das Gedicht reflektiert die Probelme der Industrialisierung, ist beispielhaft für die politische Lyrik des Vormärz und zeigt das soziale Engagement Heines. Das Gedicht wurde unter dem Titel „Die armen Weber“ am 10. Juli 1844 in Karl Marx‘ Vorwärts! erstmals veröffentlicht und als Flugblatt verteilt. Später wurd es in Preußen verboten.

—->  der Text wurde auch von Giosuè Carducci ins Italienisch übersetzt:

http://www.viaggio-in-germania.de/heine-tessitori.html

Nach seinem Studium begann Heine den romantischen Stil zu kritisieren: die Romantik, vor allem die Spätromantik, war für Heine eine Mode geworden, zu süßlich und voll von Gefühlen, Phantasie und Vergangenheit.
So antwortete Heine mit Ironie, mit einer verschleierten Kritik und mit einem brutalen Realismus. Hier ein Beispiel:

Das Fräulein stand am Meere

Das Fräulein stand am Meere

Und seufzte lang und bang,

Es rührte sie so sehre

Der Sonnenuntergang.

„Mein Fräulein! Sein Sie munter,

Das ist ein altes Stück;

Hier vorne geht sie unter

Und kehrt von hinten zurück.“


Matilde

Bertolt Brecht

Bertolt Brecht wurde 1898 in Augsburg geboren.
Er war ein Lyriker, ein Erzähler und in erster Linie, ein großer Dramatiker.
Alles Bücher Brechts wurden 1933, als die Nazis an die Macht kamen, auf die Liste der in Deutschland verbotenen Literatur gesetzt .
Im Jahr 1933 emigrierte er über Österreich und die Schweiz nach Dänemark , später nach Schweden und Finnland und dann nach Kalifornien .
Die Zeit des Exils war sehr produktiv.

Brecht war Marxist, und das Hauptthema seines theatralischen Werks ist die Entfremdung des Menschen , in einer Welt, wo Gewalt und Ausbeutung herrschen .

– Das epische Theater –
Er entwickelte die Theorie des “epischen Theaters”. Brecht glaubte, dass die Zuschauer sich nicht mit der Handlung und den Personen  auf der Bühne identifizieren sollten. Er wollte eine kritische Distanz scahffen , um eine Reflexion bei den Zuschauern erwecken .

Ein neues Gesicht von Bertolt Brecht – (1926-1930)

In einem großen Land lebte einmal ein Kaufmann. Er kaufte allerhand Dinge, große und kleine, und verkaufte sie wieder mit einem sehr guten Gewinn. Er kaufte Fabriken und Flüsse, Wälder und Stadtviertel, Bergwerke und Schiffe. Wenn Leute sonst nichts zu verkaufen hatten, kaufte er ihnen die Zeit ab, das heißt, er ließ sie gegen Lohn für sich arbeiten und kaufte so ihre Muskeln oder ihr Gehirn. Er kaufte den Griff ihrer Arme für sein laufendes Band, den Tritt ihrer Füße für seine Essen, ihre Zeichnungen, ihre Schrift in seine Kontobücher.

Er war ein sehr großer Kaufmann und wurde ein immer größerer Kaufmann. Er war weit und breit sehr geachtet und wurde immer geachteter. Aber auf einmal bekam er eine arge Krankheit. Eines Tages wollte er wieder einmal etwas kaufen, diesmal ein paar Zinngruben in Mexiko. Eigentlich wollte er sie nicht selber, sondern einige andere Leute sollten sie für ihn kaufen, damit er sie verkaufen konnte. Er wollte nämlich diese Leute betrügen.

Er verabredete sich mit ihnen in einem Bankhaus.

Dort verhandelten sie mehrere Stunden miteinander, indem sie dicke Zigarren rauchten und dazu Zahlen aufschrieben.

Der große Kaufmann erzählte seinen Geschäftsfreunden, wie viel Geld sie bei diesem Geschäft verdienen konnten, und da er ein so geachteter Kaufmann war und nett und freundlich aussah, wie eben ein älterer, rosiger Kaufmann mit weißen Haaren und blanken Augen, glaubten sie ihm auch, wenigstens anfangs. Aber dann passierte etwas Merkwürdiges.

Er merkte plötzlich, dass die Herren ihn ganz eigentümlich ansahen, und dann rückten sie sogar ein wenig von ihm weg, während er sprach. Er sah an sich hinunter, ob an seinem Anzug etwas nicht in Ordnung war, aber sein Anzug war ganz in Ordnung. Er wusste gar nicht, was los war. Die Herren standen mit einem Mal auf, und jetzt sahen ihre Gesichter ordentlich erschrocken aus, und sie sahen deutlich ihn an, und zwar wie etwas Schreckliches, vor dem man Angst hat. Und doch sprach er nicht anders als sonst, nett und freundlich, wie ein großer, geachteter Kaufmann.

Warum also hörte ihm niemand mehr zu, und warum gingen sie denn ohne jede Entschuldigung einfach hinaus und ließen ihn sitzen? Denn das taten sie.

Er stand ebenfalls auf, nahm seinen Hut und ging hinunter, um in sein Auto zu steigen. Da sah er noch, wie der Chauffeur furchtbar erschrak, als er ihn sah.

Zu Haus eilte er sogleich zu einem Spiegel. Da sah er etwas Schreckliches:

Aus dem Spiegel entgegen blickte ihm das Gesicht eines Tigers.

Er hatte ein neues Gesicht bekommen! Er sah aus wie ein Tiger!

Valentina

J. und W. Grimm, Die drei Sprachen

Wer Vater wird, ist natürlich von Stolz erfüllt. Schon wenn das Baby im Bauch der Mutter heranwächst, fragt sich so mancher, wie stark es ihm wohl mal ähneln mag. Grimms Märchen „Die drei Sprachen“ behandelt das Verhältnis zwischen Vater und Sohn und zeigt dabei einen klassisch-zeitlosen Konflikt auf.

Die drei Sprachen – Märchen der Gebrüder Grimm

gelesen von den Theater-Ensembles Klagenfurt

http://www.youtube.com/watch?v=4ryjQQzmHhk

 

Text:

Jacob_und_Wilhelm_GrimmIn der Schweiz lebte einmal ein alter Graf, der hatte nur einen einzigen Sohn, aber er war dumm, und konnte nichts lernen. Da sprach der Vater „hör, mein Sohn, ich bringe nichts in deinen Kopf, ich mag es anfangen wie ich will. Jetzt sollst du fort, und ein berühmter Meister es mit dir versuchen“. Der Junge ward in eine fremde Stadt geschickt, und blieb bei dem Meister ein ganzes Jahr. Nach Verlauf dieser Zeit kam er wieder heim, und der Vater fragte „nun mein Sohn, was hast du gelernt?“ „Vater, ich habe gelernt was die Hunde bellen“ antwortete er. „Daß Gott erbarm,“ rief der Vater aus, „ist das alles was du gelernt hast? ich will dich in eine andere Stadt zu einem andern Meister thun.“ Der Junge ward hingebracht, und blieb bei diesem Meister auch ein Jahr, und als er zurückkam fragte der Vater wiederum „mein Sohn, was hast du gelernt?“ Er antwortete „Vater, ich habe gelernt was die Vögli sprechen.“ Da gerieth der Vater in Zorn, und sprach „o du verlorner Mensch, hast die kostbare Zeit hingebracht, und nichts gelernt, und schämst dich nicht mir unter die Augen zu treten? ich will dich zu einem dritten Meister schicken, aber lernst du auch diesmal nichts, so will ich dein Vater nicht mehr seyn.“ Der Sohn blieb bei dem dritten Meister ebenfalls ein ganzes Jahr, und als er wieder nach Haus kam und der Vater fragte „mein Sohn, was hast du gelernt?“ so antwortete er „lieber Vater, ich habe dieses Jahr gelernt was die Frösche quacken.“ Da gerieth der Vater in den höchsten Zorn, sprang auf, und rief seine Leute, und sprach „dieser Mensch ist mein Sohn nicht mehr, ich stoße ihn aus, und gebiete euch daß ihr ihn hinaus in den Wald führt, und ihm das Leben nehmt“. Sie nahmen ihn, und führten ihn hinaus, aber als sie ihn tödten sollten, konnten sie nicht vor Mitleiden, und ließen ihn gehen. Sie schnitten einem Reh Augen und Zunge aus, damit sie dem Alten die Wahrzeichen bringen konnten.

Der Jüngling wanderte fort, und kam nach einiger Zeit zu einer Burg, wo er um Nachtherberge bat. „Ja,“ sagte der Burgherr, „wenn du da unten in dem alten Thurm übernachten willst, so gehe hin, aber ich warne dich, es ist lebensgefährlich, denn er ist voll wilder Hunde, die bellen und heulen in einem fort, und zu gewissen Stunden müssen sie einen Menschen ausgeliefert haben, den sie auch gleich verzehren.“ Die ganze Gegend war darüber in Trauer und Leid, und konnte doch niemand helfen. Der Jüngling aber, der sich nicht fürchtete, sprach „laßt mich nur hinab zu den bellenden Hunden, und gebt mir etwas das ich ihnen vorwerfen kann; mir sollen sie nichts thun.“ Weil er nun selber nicht anders wollte, so gaben sie ihm etwas Essen für die wilden Thiere, und brachten ihn hinab zu dem Thurm. Als er hinein trat, bellten ihn die Hunde nicht an, wedelten mit den Schwänzen ganz freundlich um ihn herum, fraßen was er ihnen hinsetzte, und krümmten ihm kein Härchen. Am andern Morgen kam er zu jedermanns Erstaunen gesund und unversehrt heraus, und sagte zu dem Burgherrn „die Hunde haben mir in ihrer Sprache offenbart warum sie da hausen und dem Lande Schaden bringen. Sie sind verwünscht einen großen Schatz so lange im Thurme zu hüten bis der Schatz gehoben ist, dann kommen sie zur Ruhe. Auf was Art und Weise dies geschehen muß, habe ich ebenfalls aus ihren Reden vernommen.“ Da freuten sich alle die das hörten, und der Burgherr versprach ihm seine Tochter wenn er den Schatz heben könnte. Er vollführte es glücklich, die wilden Hunde verschwanden, und das Land war von der Plage befreit. Da ward ihm die schöne Jungfrau angetraut, und sie lebten vergnügt zusammen.

Ueber eine Zeit setzte er sich mit ihr in einen Wagen, und wollte nach Rom fahren. Auf dem Weg kamen sie an einem Sumpf vorbei, in welchem Frösche saßen und quackten. Der junge Graf horchte, und als er vernahm was sie sprachen, ward er ganz nachdenklich und traurig, sagte aber seiner Frau die Ursache nicht. Endlich langten sie in Rom an, da war gerade der Pabst gestorben, und unter den Kardinälen großer Zweifel wen sie zum Nachfolger bestimmen sollten. Sie wurden zuletzt einig derjenige sollte zum Pabst erwählt werden, an dem sich ein göttliches Wunderzeichen offenbaren würde. Und als das eben beschlossen war, in demselben Augenblick trat der junge Graf in die Kirche, und plötzlich flogen zwei schneeweiße Tauben auf seine beiden Schultern, und blieben da sitzen. Die Geistlichkeit erkannte darin das Zeichen Gottes, und fragte ihn auf der Stelle ob er ihr Pabst werden wolle. Er war unschlüßig und wußte nicht ob er dessen würdig sey, aber die Tauben redeten ihm zu daß er es thun möchte, und er antwortete „ja.“ Da wurde er gesalbt und geweiht, und damit war eingetroffen, was ihm die Frösche unterwegs gesagt hatten, und was ihn so bestürzt gemacht, daß er der heilige Pabst werden sollte. Darauf mußte er eine Messe singen, und wußte kein Wort davon, aber die zwei Tauben saßen stets auf seinen Schultern, und sagten ihm alles ins Ohr.

 

Es steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm ab der 2. Auflage von 1819

 

Die drei Sprachen: Interpretation
http://www.erzaehlkarawane-ammersee.de/geschichtenundinterpretationen/bruedergrimm/diedreisprachen/diedreisprachen_interpretation.php

Link zu den Märchen der Brüder Grimm:

http://maerchen.com/grimm/die-drei-sprachen.php

 

Rezension des Films Goethe!

Goethe!_Film_vollesprogrammDer Film erzählt das Leben des jungen Goethes.
Der Film is eine Mischung aus autobiographischen Elementen und
Bezüge auf die Liebesgeschichte des Briefromans „Die Leiden des Jungen Werthers“. So z.B. der Selbstmord des jungen Werthers bezieht sich auf den Selbstmord seines Freunds Jerusalem, auch
die Liebe zwischen Goethe und Lotte ist ein autobiographisches Element.
Der Regisseur will uns zeigen, dass Goethe ein junger Mann ist, der seinen Träumen folgen will und seine Liebesgeschichte mit Lotte in Freiheit und in Frieden leben will. Tatsächlich ist Goethe ein Mann mit seinen Problemen, seinen Lieben, seinen Forderungen…
Der junge Goethe in dem Film und Werther in dem Roman stellen die Freiheit, den Instinkt, die Leidenschaft, die Rebellion dar.
Dagegen stellt Albert die Rationalität, die wirtschaftliche Sicherheit, die Stabilität und die Ruhe dar. Es gibt in dem Film auch einen ironischen Bezug auf dem „Sturm und Drang“; Die Freunde des jungen Goethes trinken und stossen mit Spruch an:
„Auf Sturm und Trank!“
Ich glaube, dass der Film Goethe! sehr interessant ist aber ich
habe das Ende der Geschichte ein bisschen traurig gefunden.
Ich hätte mir gewünscht eine Ehe zwischen Goethe und Lotte und nicht zwischen Albert und Lotte…

Alessia

Vormärz

Die Lyriker des Vormärz setzten sich für die gleichen politischen uns sozialen Ideale des Jungen Deutschland ein. Die bedeutendsten Vertreter waren G. Herwegh und G. Weerth, die von der Philosophie von Marx und Engels beeinflusst wurde.

Valentina